Andreaskreuz (Vorschriftzeichen Nr. 201)

Das Verkehrszeichen weist darauf hin, dass man sich einen Bahnübergang nähert und dem Schienenverkehr Vorrang gewähren muss. Das Vorschriftzeichen steht mindestens 2,25 m von der äußeren Schiene entfernt, damit es herannahende Fahrzeuge rechtzeitig auf die Gefahr aufmerksam machen kann.

Erklärung zu Andreaskreuz (Vorschriftzeichen Nr. 201)

Kategorie
Vorschriftzeichen
Hinweise
Straßenfahrzeuge müssen vor dem Andreaskreuz anhalten, wenn zum Beispiel die vorhandenen Schranken geschlossen sind oder sich ein Schienenfahrzeug nähert.
BGH Urteile
Wenn an einem Bahnübergang mit einem Andreaskreuz noch zusätzliche Lichtzeichen angebracht sind und diese nicht aufleuchten, darf der Fahrzeuglenker bei fehlender oder schwacher Sicht auf den Bahnkörper darauf vertrauen, dass sich keine Schienenbahn nähert (BayObLG VRS 48, 270). Wenn jedoch ein Fahrzeugführer das Blinklicht vor einem Bahnübergang überfährt, handelt er grob fahrlässig. Auch dann, wenn das Sonnenlicht blendet oder in das Blinklicht einfällt und spiegelt (OLG Köln NZV 97, 477).Man handelt auch dann grob fahrlässig, wenn man einen Bahnübergang trotz Blinklicht oder geschlossener Schranke überquert, selbst dann, wenn minutenlang kein Zug kam (BAG VRS 21, 156).
Internationale Zeichen derselben Bedeutung
In Österreich und der Schweiz werden ebenfalls Andreaskreuze verwendet. Optisch unterscheiden sie sich kaum von den deutschen Verkehrszeichen. Auch in anderen europäischen Ländern finden sich vor Bahnübergängen Hinweisschilder in Form eines Kreuzes. Sie variieren meist farblich oder in der Länge der kreuzenden Streben. Das finnische Andreaskreuz zum Beispiel ist gelb mit roter Umrandung, das französische und belgische je rot-weiß gestreift. In Australien und den USA deuten Kreuze mit der Aufschrift „Railway crossing“ bzw. „Railroad crossing“ auf einen Bahnübergang hin.
Strafe bei Missachtung
Werden beim unvorsichtigen Überfahren des Andreaskreuzes (zum Beispiel ohne Geschwindigkeitsreduzierung) andere Personen gefährdet oder kommt es zu Sachschäden, dann drohen dem hohe Geldstrafen und gegebenenfalls auch eine Freiheitsstrafe aufgrund grober Fahrlässigkeit.
Zusatzzeichen
Das Andreaskreuz tritt in verschiedenen Varianten auf: Zum einen kann es stehend (Zeichen 201-50) oder liegend (Zeichen 201-52) dargestellt sein, zum anderen kann in der Mitte des stehenden sowie des liegenden Andreaskreuzes ein roter Pfeil abgebildet sein (Zeichen 201-51 bzw. 201-53), der anzeigt, dass die Bahnstrecke eine elektrische Fahrleitung hat. Ein schwarzer Pfeil kann des weiteren als Zusatzzeichen (Nr. 1000) in die Fahrtrichtung weisen, für die der Gefahrenhinweis dann ausschließlich gilt.
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